Vergiftungen mit Betablockern

Vergiftungen mit Betablockern sind nicht selten und führen immer wieder auch zu tödlichen Verläufen.1 Spannend sind Intoxikationen mit Betablockern aus toxikologischer Sicht, weil man Betablocker typischerweise aufgrund ihres negativ chronotropen, also herzfrequenzsenkenden, Effektes kennt und bei einer Vergiftung vor allem eine Bradykardie mit kardiogenem Schock als gefährlichstes Symptom erwarten würde. Tatsächlich sind die Substanzen in der Gruppe der Betablocker jedoch sehr heterolog. So können spezifische weitere Symptome wie zum Beispiel Krampfanfälle auftreten. Außerdem besteht nicht immer eine klare Dosis-Wirkungsbeziehung und es gibt interindividuell große Unterschiede in der Wirkung, was zu eher großzügigen Überwachungsindikationen führt. weiterlesen…

Tödliche Intoxikationen

Häufig werden wir gefragt, welche Vergiftungen eigentlich tödlich verlaufen. Um dieser Frage nachzugehen, ziehen wir den Schuh einmal anders herum auf und analysieren die Charakteristika tödlicher Vergiftungen. Aus Deutschland gibt es hierzu keine zentralen aufschlussreichen Daten, im Jahresbericht der amerikanischen Giftinformationszentralen wird man jedoch fündig. Im Folgenden schauen wir uns den Jahresbericht aus dem Jahr 2019 im Hinblick auf tödlich verlaufende Vergiftungen einmal genauer an und berichten euch unsere Interpretation der Zahlen.1 weiterlesen…

Eibenvergiftung: Europäische Eibe

Schwere Vergiftungen mit dem Gift der Eibe sind selten und kommen vor allem bei Erwachsenen vor, die in suizidaler Absicht Bestandteile der Eibe konsumieren. Bei Kindern kommt es zwar häufiger als bei Erwachsenen zum Kontakt mit giftigen Materialien aus der Eibe, hieraus resultieren jedoch nur selten schwere Vergiftungen. weiterlesen…

Could it be poison?

Bei vielen Patienten in Notaufnahme oder ZNA besteht ein veränderter Bewusstseinszustand oder eine unklare Vigilanzminderung. Hier sollte man sich immer die Frage stellen: Könnte es auch eine Intoxikation sein? Im folgenden Artikel möchten wir mit euch besprechen, welche Hinweise es in Anamnese, Untersuchung und Diagnostik auf das Vorliegen von Vergiftungen gibt und wie man die Substanzgruppe einengen, oder manchmal sogar identifizieren kann. weiterlesen…

Cyanide

Vergiftungen mit Cyaniden erfolgen nicht nur in suizidaler Absicht (zum Beispiel mit der klassischen Zyankali-Kapsel, wie man sie aus dem Kino kennt), sondern häufig auch akzidentell durch den Konsum von Bittermandel- oder Aprikosenkernen. Außerdem wird Blausäure inhalativ gut resorbiert und stellt mit Kohlenmonoxid einen typischen toxischen Bestandteil von Rauchgas dar, weshalb sie bei Brandopfern nicht selten zu schwersten bis tödlichen Vergiftungen führt.
Da Cyanide bereits in kleiner Menge tödlich sind und Lebensmittel oder Wasservorkommen relativ einfach zu kontaminieren sind, gab es immer wieder Pläne, Cyanide für terroristische Anschläge mit vielen Betroffenen zu nutzen.1 weiterlesen…

Antidote bei Cyanid-Intoxikation

Bei der Behandlung von Cyanid-Intoxikationen stellen Antidote eine wichtige Säule der Therapie dar. Da die Datenlage zu den Antidoten im Allgemeinen schlecht ist, sind eindeutige evidenzbasierte Empfehlungen nicht zu treffen. Im Folgenden möchten wir euch die Datenlage, Wirkweise und die Vor- und Nachteile der Antidote im Detail schildern und auch erläutern, warum wir welches Antidot bevorzugen. weiterlesen…