A (potentially) lethal spoonful of poison

Vor einigen Monaten haben wir in unserem Artikel über den One Pill Kill über Medikamente berichtet, bei denen bereits ein bis zwei Tabletten für kleine Kinder Lebensgefahr bedeuten. Wir wissen, dass euch die kleinen Racker am Herzen liegen und möchten deshalb nun eine weitere (mitnichten vollständige!) Auswahl an Stoffen präsentieren, die häufig in Haushalt und Garten vorkommen und bei denen schon die Einnahme etwa einer Teelöffel-Menge Lebensgefahr bedeuten kann. weiterlesen…

Flusssäure (HF)

Fallbeispiel

Ein Patient stellt sich am Morgen fußläufig in Eurer Notaufnahme vor und klagt über stärkste Schmerzen an den ersten drei Fingern seiner rechten Hand, die er sich durch kein mechanisches Trauma erklären kann. Bei näherer Inspektion ist die Haut an Mittel- und Endphalangen der betroffenen Finger sichtlich aufgetrieben und hat eine weißlich-gräuliche Verfärbung angenommen. weiterlesen…

Quetiapin

Quetiapin ist ein atypisches Antipsychotikum, das häufig zur Behandlung von Schizophrenie, aber auch bei bipolaren Störungen und schweren Depressionen eingesetzt wird. Aufgrund seiner guten Wirkung und der geringeren Nebenwirkungen im Vergleich zu verwandten Medikamenten wie Clozapin ist Quetiapin ein häufig eingesetztes Mittel bei psychiatrischen Patienten im deutschsprachigen Raum.
Leider steigt mit der zunehmenden Verordnungsfrequenz auch die Häufigkeiten von Intoxikationen, so dass Quetiapin bei intoxikierten Patienten zu den häufig eingenommen Mitteln gehört.1 Dabei ist es häufiger als andere Antipsychotika mit schweren Symptomen wie Koma oder Atemdepression assoziiert.2 weiterlesen…

Lithium

Lithium wird in der Medizin vor allem zur Therapie bipolarer Störungen eingesetzt und führt aufgrund des sehr engen therapeutischen Bereiches schnell zu Vergiftungen.
Während die Letalität von Vergiftungen mit Lithium früher mit etwa 10% hoch war, ist diese erfreulicherweise heutzutage mit 0-1% gering.1 Die meisten Vergiftungen mit Lithium erfolgen unbeabsichtigt, so waren zum Beispiel 2013 in den USA nur knapp 18% aller Fälle auf eine absichtliche Einnahme einer Überdosis zurückzuführen.2

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Dialyse zur Giftelimination

Die drei Säulen der Behandlung von Intoxikationen sind die symptomatische Therapie, die Entfernung des Giftes aus dem Körper (Giftelimination genannt), und die spezifische Therapie mit einem Antidot, falls dieses verfügbar ist.

Im Idealfall kann man im Rahmen der Giftelimination ein Gift entfernen oder binden, noch bevor dieses vom Körper resorbiert wird und eine Wirkung entfalten kann.
Hierzu wird bei oraler Aufnahme bei vielen Giften Aktivkohle angewandt. Manche Gifte können aber auch aus dem Körper eliminiert werden, wenn sie bereits resorbiert wurden.

In diesem Artikel möchten wir besprechen, unter welchen Grundvoraussetzungen eine Giftelimination mittels Hämodialyse oder Hämoperfusion Sinn hat, welches Verfahren genutzt werden sollte, und bei welchen Stoffen die extrakorporale Elimination klassischerweise hilfreich ist. weiterlesen…

Diphenhydramin (z.B. Vivinox®) und Dimenhydrinat (z.B. Vomex A®)

Ein besorgtes Elternpaar kommt mit ihrer 13 Monate alten Tochter in Eure Notaufnahme. Sie berichten, dass das knapp 9kg schwere Kind seit knapp drei Tagen unter einer Gastroenteritis mit Erbrechen leide; diese hätten die Eltern neben vermehrter Flüssigkeitsgabe durch Zäpfchen „gegen Übelkeit“ therapiert. Da das Kind zweimal kurz nach Suppositoriengabe wieder Durchfall hatte, hätten sie jeweils ein weiteres Zäpfchen verabreicht.
Zehn Stunden nach der letzten Medikamentengabe sei den Eltern aufgefallen, dass das Kind zunächst erstarrt sei und dann mehrere Minuten lang am ganzen Körper gezuckt habe, was die Eltern zur Vorstellung im Krankenhaus veranlasste. weiterlesen…

Amphetamin und seine Derivate

Amphetamine und ihre Derivate finden nicht nur in der Medizin als Therapeutika Verwendung (z.B. bei ADHS als Methylphendiat alias Ritalin® oder in den USA auch als Methamphetamin), sondern sind auch im Abusus weit verbreitete Substanzen. Sie erhöhen die Wachheit und Aufmerksamkeit und führen zu Antriebssteigerung und Euphorie.
Typische Beispiele sind Methamphetamin, im Szenenamen zum Beispiel unter „Crystal Meth“ bekannt, Kathinone, bekannt als „Cath“ oder „Badesalze“, und 3,4-Methylendioxy-N-Methylamphetamin kurz MDMA, Ecstasy oder XTC genannt. weiterlesen…

Ricin

Im heutigen Artikel möchten wir als Einschub zu unseren Artikeln im Review-Stil eine kurze Übersicht zu einem aktuellen Thema bringen. In Köln wurde unlängst ein vermeintlicher Terrorist verhaftet, der wohl einen Anschlag mit aus Rizinussamen extrahiertem Gift plante. Welche Giftwirkung hätte ein solcher Anschlag nun haben können, und was hätte es aus medizinischer Sicht zu beachten gegeben? weiterlesen…